Monate: Januar 2026

Handschrift – notwendige Kulturtechnik oder überflüssige Qual?

Was sagt die Wissenschaft? Da sind sich mittlerweile so gut wie alle einig, dass das Schreiben mit der Hand weit mehr ist als einfach nur das Fixieren von Inhalten auf Papier. Tippen auf einer Tastatur ersetzt nicht das Schreiben mit der Hand – das ist ein Denkfehler, der in einigen Ländern zu einem rasanten Anstieg des funktionalen Analpabetismus geführt hat. Auch wenn nun vielerorts zurückgerudert wird – zunächst einmal ist ein immenser Schaden entstanden und die Zeche bezahlen die Schüler.Hier sollen nur einige Stichpunkte zum Nutzen des Schreibens mit der Hand angeführt werden, die in allen Publikationen auftauchen: Die Liste könnte noch länger sein, aber bereits die angeführten Pluspunkte müssten überzeugend genug sein, um zu verdeutlichen, dass sich Handschreiben nicht einfach durch das Tippen auf einer Tastatur ersetzen lässt. Erstes Schreiben in Druckschrift Das Lesenlernen soll durch Schreiben der gelernten Buchstaben begleitet werden, allerdings zunächst noch in Druckschrift. Dieses Schreiben erleichtert das Speichern und Wiedererkennen, weil visuelle Wahrnehmung und feinmotorischer Ablauf hier einander verstärkend ergänzen. Wie die ersten Schreibversuche sinnvoll angelegt werden können, dazu findest …

Vom Entziffern zum echten Lesen

Lesenkönnen ist nicht selbstverständlich – viele Erwachsene können es nicht richtig Es gibt im Handel sehr viel Material für das Üben der Funktionen, die dem „richtigen“ Lesen vorgelagert sind, also für das Entziffern von Wörtern, Sätzen und kurzen Texteinheiten.Doch das ist nicht genug, um eine tragfähige Basis für lebenslanges geläufiges und sicheres Lesen zu bilden.Dafür müssen die Kinder an das sinnverstehende Lesen von altersangemessenen Kinderbüchern herangeführt und dazu befähigt werden.Diejenigen Kinder, die sich zu echten Lesern weiterentwickeln, werden das nicht, wenn sie nur das in der Schule angebotene Übungsmaterial bearbeiten. Wir haben in Deutschland ca. 7,5 Millionen funktionale Analphabeten, das ist jeder 7. Erwachsene. Sie können einzelne Wörter lesen, aber keine zusammenhängenden Texte. Für diese Menschen ist der Alltag eine einzige Herausforderung. Jeder Behördengang wird zum Spießrutenlauf. Alle diese Menschen sind einmal zur Schule gegangen und haben das Lesen „gelernt“. Doch was bedeutet das in der Realität?Genügt es wirklich, einen Leselehrgang nur mit dem Lesefutter zu gestalten, das sich in Fibeln und auf Arbeitsblättern findet?Wir können uns die Sache natürlich leicht machen, indem wir alle, …