Jahr: 2025

Regenbogendiktate – einfach organisiert

Die erste Übungsliste Bevor Kinder sich zum Diktat melden, müssen sie erst einmal üben. Dafür gibt es ein Blatt mit verschiedenen Übungen, aus denen die Kinder aussuchen können. Diese Entscheidung treffen sie selbstständig.Die Übungen werden in ein unliniertes DIN-A4-Heft geschrieben. Das hat den Vorteil, dass die Kinder frei gestalten können, denn gerade Treppenwörter oder Wortrahmen vertragen sich schlecht mit der Gängelung durch die Lineatur. Und es soll die Konzentration auf die Schreibweise gerichtet sein und auf eine ordentliche Gestaltung der Buchstaben, das geht meiner Erfahrung nach im Kontext Rechtschreibung besser, wenn zuerst einmal auf unliniertem Papier gearbeitet wird. Das heißt nicht, dass ich dem „Schönschreiben“ in den Schreibheften keine Bedeutung beimesse, aber das ist ein anderer Teilbereich. Geübt wird in Fünferpäckchen Im vorigen Beitrag habe ich den grundsätzlichen Umgang mit den Fünferpäckchen auf den Wörterlisten beschrieben.Der Ablauf ist dreischrittig: So wird diktiert Es werden sich, je länger die Arbeit an den Wörterlisten schon andauert, immer mehr Kinder zum Diktat melden. Ich hatte oft mehr als zehn Kinder um mich herum. Um das gut und ohne …

Augen auf beim Autofahren

Die meisten jungen Leute wollen so bald wie möglich den Führerschein machen. Das ist auch gut so, denn selber autofahren zu können ist ein bedeutendes Stück Autonomie. Nur: Die Durchfallqote bei den Fahrprüfungen steigt seit Jahren, so der Vizevorsitzende der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände, Kurt Bartels, in einem Artikel der Süddeutschen Zeitung vom 30.12.2022. Und weiter: „Der junge Mensch, der heute in die Fahrschule kommt, hat eine ganz andere Verkehrswahrnehmung als noch vor 20 Jahren – nämlich eine geringere.“ Die Fähigkeit, das Verkehrsgeschehen richtig zu beurteilen und einzuordnen, habe nachgelassen.Bartels führt das auch darauf zurück, dass bereits Kinder, wenn sie auf dem Gehsteig gehen oder auch im Auto gefahren werden, nicht mehr auf die Welt um sich herum achten, sondern nur noch auf ihr Smartphone schauen. Das ist eine sehr kluge Beobachtung. Denn Raumwahrnehmung, Raumorientierung und Raumvorstellung können in unserem Gehirn nur entwickelt werden, wenn es Gelegenheit hat, sich in der echten Wirklichkeit damit auseinanderzusetzen, zu lernen und zu üben. Es geht nichts über das echte Leben Nun werden aber echte dreidimensionale Erfahrungen im Leben unserer …

Halte die Lernfreude aufrecht

In der ersten Schulwoche Kinder zu begeistern, ist leicht. Aber wie geht es dann weiter? Wohin verschwindet die Begeisterung? Bei dem Sohn meiner Freundin setzte die Ernüchterung nach zwei Wochen ein. Er fand es doof, immer nur Sachen zu machen, die er bereits kannte und konnte. Im Rechnen wurde nur bis Fünf immer wieder plus und minus „gerechnet“. Er konnte schon bis 100 zählen und hätte gerne irgendetwas getan, bei dem er denken musste. Im Lesen wurden auf der Fibelseite so läppische Texte „gelesen“ wie: Mia ist im …Mama ist am …Am … ist Mimi An Stelle der Punkte waren Bilder von Kinderwagen, Fenster und Stuhl zu sehen.Das sind ja nun wirklich keine Texte, die ein einigermaßen intelligentes Kind interessieren, geschweige denn begeistern können. Was könnte die Schule besser machen? Das ist eine Frage, mit der ich mich seit vielen Jahren beschäftige und sie kann auch beantwortet werden. Dazu musst du als Lehrerin allerdings erst einmal die Einsicht haben, dass ein bloßes Abarbeiten vorgegebener Schulbücher nicht zielführend ist.Und dann musst du dich umsehen nach passenden …

Schulfrust? – Nix da!

Die ersten Wochen sind prägend Ob in der ersten Klasse oder auch in einer höheren Jahrgangsstufe: Zu Beginn des Schuljahres ist die Lernmotivation am höchsten. Damit sie erhalten bleibt, müssen wir Lehrer alles daran setzen, jedem Kind Lernfortschritte zu ermöglichen und den Unterrichtsvormittag sinnvoll zu rhythmisieren. Es soll schließlich nicht so enden wie bei dem folgenden Beispiel:

Die Chancen des Schulanfangs nutzen

Lesenlernen gelingt durch Faszination Das ist Anton mit dem langen Arm. In der Geschichte möchte er immer schon groß sein und alles mit seinen Armen erreichen können. Ein Zauberer erfüllt ihm den Wunsch. Doch wie glücklich ist Anton nun? Lesenlernen gelingt durch Faszination Das ist Anton mit dem langen Arm. In der Geschichte möchte er immer schon groß sein und alles mit seinen Armen erreichen können. Ein Zauberer erfüllt ihm den Wunsch. Doch wie glücklich ist Anton nun?

So weit muss es nicht kommen

Wenn bereits bei der Druckschrift heftig radiert, unleserlich verbessert und insgesamt wenig sorgfältig gearbeitet wird, sieht es für das Erlernen einer gut lesbaren Schreibschrift erst recht düster aus. Also: Wehret den Anfängen! Das ist bei der – zunächst – ja durchaus vorhandenen Lernfreude und Begeisterung der Erstklässler gar nicht so schwer. Einige Grundsätze sind wichtig: Grundsatz 1: Es ist NICHT egal, in welcher Richtung der Stift über das Papier geführt wird. Die richtige Schreibrichtung soll also von Anfang an ein wichtiges Thema sein. Grundsatz 2: Die Buchstabenformen sollen auf vielfältige Weise geübt werden:– Großräumig in der Luft,– auf unliniertem Papier,– mit Knete,– auf dem Boden.So werden die Formen verinnerlicht. Grundsatz 3: Fehler werden von Anfang an sauber mit Durchstreichen und nochmal Schreiben verbessert. Nicht so: Sondern lieber so: Grundsatz 4: Wir haben ein wachsames Auge darauf, Fehlformen zu verhindern oder wenigstens sie schnell zu erkennen und zu verbessern. Der gerade Strich am a verführt zum schlampigen Schreiben. Das Häkchen gibt der Schrift Halt und verhindert Fehlformen leichter. Auch wenn die offizielle Druckschrift nur den geraden …

Disziplin – unverzichtbares und ungeliebtes Stiefkind

Also lautet ein Beschluss,dass der Mensch was lernen muss. So weit Wilhelm Busch, aber darüber sind wir uns ja alle einig: Damit Kinder sich später in der Welt gut zurechtfinden und ihren Platz im Leben erobern können, müssen sie vorher was lernen. Wir sind uns auch darüber einig, dass Zwang, Drill und Angst schlechte Lehrmeister sind. Trotzdem ist zu beobachten, dass in unserer sogenannten „Leistungsgesellschaft“ viele Kinder genau mit diesen altmodischen Methoden auf Leistung getrimmt werden sollen:Nachhilfe schon für Grundschüler, Selbstzweifel bei den Kindern, Angst vor schlechten Noten und der damit oft einhergehenden Ablehnung durch die Eltern sowie Liebesentzug. Dieses Elend wird in zahlreichen Veröffentlichungen geschildert. Die Schule kann nicht Reparaturinstitut für gesellschaftliche Mängel sein, aber wir können mit unseren Mitteln das Beste aus der Lernnsituation in der Schule machen. Und damit schulisches Lernen erfolgreich sein kann, muss in der Klasse ein Disziplinlevel geschaffen werden, der das ermöglicht. Wobei es entschieden zu kurz gesprungen ist, nur ganz fixiert auf das Thema Disziplin zu starren. Denn ein bekömmliches Lernklima für alle in der Klasse befindlichen Menschen …

So lernen alle Kinder rechnen

Viele Kinder tun sich in der Grundschule schwer mit Zahlen. Schnell heißt es dann: Dyskalkulie. Das muss nicht sein. In diesem Buch zeige ich sehr anschaulich, anhand vieler Übungen und Beispiele, wie Lehrer allen Kindern den Einstieg in die Welt der Zahlen ermöglichen können. Der Kerngedanke: Mechanisches Rechnen hilft nicht – Kinder müssen Rechnen handelnd begreifen.Das Buch bietet dafür einfache und zwingende Anschauungs- und Erklärungsmodelle, mit denen mathematische Klippen wie z.B. der Zehnerübergang gut bewältigt werden können. Christina Buchner, So lernen alle Kinder rechnen, Weinheim und Basel, 2012

Arbeitshefte Rechnen

Die Arbeitsblätter passen zum Buch, können aber auch von diesem unabhängig verwendet werden. Das Besondere an ihnen ist, dass sie die Kinder nicht visuell überfordern durch eine Fülle verschiedener Aufgaben auf kleinem Raum, sondern dass jedes Blatt die konzentrierte Beschäftigung mit nur einem Thema erfordert, dieses aber gründlich behandelt.Hier wird in die Tiefe gelernt und nicht nur oberflächlich in die Breite. Christina Buchner, Mathematik-Arbeitsblätter für die 1. Klasse, Weinheim und Basel, 2012 Christina Buchner, Mathematik-Arbeitsblätter für die 2. Klasse, Weinheim und Basel, 2013

Richtig schreiben geht natürlich

Warum haben so viele Kinder Schwierigkeiten mit dem Rechtschreiben? Die Antwort gibt dieses Buch: Wer nie gründlich das Schreiben gelernt hat, wer motorisch nur schwer in der Lage ist, den Stift zu halten und in den richtigen Bewegungen über das Papier zu führen, der wird für die richtige Schreibweise von Wörtern wenig bis gar keine Energie mehr aufwenden können. In diesem Fachbuch wird erstmals auf die Grundlagen des Schreibens eingegangen. Es wird dafür plädiert, vor dem Rechtschreiben erst einmal das Schreiben richtig zu lernen. Erst wenn der Vorgang des Schreibens mühelos geworden ist, sind die Kinder auch in der Lage, sich auf die richtige Schreibweise von Wörtern zu konzentrieren. Christina Buchner, Richtig schreiben geht natürlich, Norderstedt, 2023