Christina Buchner

IN JEDEM KIND STECKT EIN GENIE

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Studium der

Erziehungswissenschaften 1970–1973

seit 1974 im Schuldienst

seit 1992 in der Schulleitung tätig

von 1997 bis 2013 Rektorin

seit 2014 freiberuflich tätig

zahlreiche Publikationen seit 1988

 

Ursprünglich hatte ich nicht vor, Lehrerin zu werden. Ich hatte eine Sprachenschule besucht und arbeitete bei einer amerikanischen Computerfirma.

Eine Begegnung mit einer Grundschullehrerin beeindruckte mich so, dass ich beschloss, meine bisherige Tätigkeit aufzugeben und Erziehungswissenschaften zu studieren. Ich hatte die Vorstellung, ich würde Kinder in die Wunderwelt des Lernens und Entdeckens einführen und landete dann – es war in den 70er Jahren – in der 7. Klasse einer Hauptschule.

Obwohl das gar nicht das war, was ich mir vorgestellt hatte, lernte ich in meinen 11 Jahren an der Hauptschule sehr viel. Vor allem stellte ich sehr schnell fest, dass offensichtlich weder Schüler noch Lehrer mit besonderer Freude zur Schule gingen.

Weil ich das für mich und meine Klasse auf keinen Fall auch so wollte, begann ich, neben dem Unterricht Schule mit echtem Leben zu füllen: Ich plante Projekte, spielte mit den Schülern Theater, gestaltete Eltern-Kind-Spieleabende. Ein Buch von Carl Rogers „Lernen in Freiheit“ gab mir weitere Impulse und ich entwarf Arbeitsverträge für die Schüler, in denen sie sich verpflichteten, ein bestimmtes Pensum in einem Fach innerhalb einer festgelegten Frist zu bearbeiten und entwickelte mich so Schritt für Schritt weg von der „normalen“ Regelschule hin zu alternativen Modellen.

Neben der Tatsache, dass Schule offensichtlich bei vielen Schülern und Lehrern emotional eher negativ besetzt war, fiel mir auch auf, dass es eine Reihe von Schülern gab, die trotz guter Begabung in der Schule allenfalls mäßige Leistungen erbrachten.

Als ich nach 11 Jahren Hauptschule an die Grundschule wechselte, war das noch viel evidenter:

Nicht alle Kinder haben den Schulerfolg, den sie eigentlich haben müssten.